Junge oder Mädchen – kann man das Geschlecht des Kindes beeinflussen?

Ist es möglich, vorab zu beeinflussen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird? Einige Studien weisen darauf hin... Es gibt wilde Theorien zur Zeugung des Wunschgeschlechts. Da sich werdende Eltern ganz nach dem Motto "Hauptsache gesund" gleichermaßen über ein Mädchen oder einen Jungen freuen, sind die folgenden „Ratschläge“ nicht zu allzu ernst gemeint. 

Vorab ein kleiner Exkurs in die Biologie: Das Geschlecht eines Kindes hängt von den Samenzellen des Vaters ab, die jeweils ein Geschlechts-Chromosom (auch Gonosom genannt) enthalten: entweder ein X-Chromosom oder ein Y-Chromosom. Jede weibliche Eizelle enthält ausschließlich das X-Chromosom. Bei der Zeugung entstehen Chromosomen-Pärchen – XX wird ein Mädchen, XY wird ein Junge – je nachdem, welche Samenzelle als erstes in die reife Eizelle gelangt und diese befruchtet. Wer dieses Zufallsprinzip und damit das Geschlecht des Kindes beeinflussen will, kann laut Studien folgende Maßnahmen in Erwägung ziehen (ohne Garantie).

Der richtige Zeitpunkt

Samenzellen mit X-Chromosom sollen laut Forschungen des amerikanischen Arztes Dr. Landrum Shettles langsamer, stärker und größer sein als Samenzellen mit Y-Chromosom, die er als schneller, schwächer und kleiner bezeichnet. Die X-Chromosom-Samenzellen überleben laut Dr. Shettles länger, während die Y-Chromosom-Samenzellen früher absterben.

Liegt der Eisprung ein paar Tage entfernt, erhöhen sich die Chancen auf ein Mädchen. Er empfiehlt deshalb denjenigen, die sich ein Mädchen wünschen, schon zwei bis vier Tage vor dem Eisprung Sex zu haben (und ruhig auch vorher, ab dem ersten Tag nach der Periode). Im Umkehrschluss bedeutet das für alle, die einen Sohn bevorzugen: Sex am Tag des Eisprungs, direkt davor oder kurz danach einplanen. Um den Tag des Eisprungs zu verfolgen, ist die Temperaturmethode geeignet.

Im Sommer werden mehr Jungen gezeugt

A. Lerchl vom Institut für Reproduktionsmedizin der Universität Münster fand heraus, dass im Sommer mehr Jungen als Mädchen gezeugt werden und nach warmen Wintern mehr Jungen als Mädchen auf die Welt kommen. Eine Begründung fand er in der Hitzeresistenz von Spermien, die bei den Y-Chromosomen – daraus werden einmal Jungen – besser ausgeprägt ist, als bei den X-Chromosomen.

Zuckerreiche Ernährung bringt Jungen

Britische Forscher haben erkannt, dass Mütter, die sich zucker- und kalorienreich ernährten, eher Jungen zur Welt brachten. Besonders auffällig war: Viele der Jungs-Mütter bevorzugten Müsli, Bananen und Kräutertee als Frühstück. Forscher stellten fest, dass die Ernährung den pH-Wert der Scheidenflora beeinflusst. Wer sich einen Jungen wünscht, kann durch die Ernährung ein alkalisches Scheidenmilieu schaffen. Besteht der Wunsch nach einem Mädchen, sind magnesiumhaltige Lebensmittel zu bevorzugen.

Wer auf Orgasmen verzichtet bekommt eher ein Mädchen

Wenn eine Frau einen Orgasmus hat, ändert sich ihre Scheidenflora und wird weniger sauer. Das soll angeblich die Chancen auf die Zeugung eines Jungen erhöhen. Der Orgasmusverzicht führe dazu, dass X-Chromosom-Samenzellen die saure Umgebung besser vertragen als Y-Chromosom-Samenzellen. Aber: Welche Rolle der Orgasmus aus evolutionärer Sicht in Bezug auf den Kinderwunsch wirklich spielt, ist wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Hitze für ihn & Stress für sie führen zu mehr Mädchen

Badet der Mann kurz vorm Sex, steigt angeblich die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu zeugen, da die Hitze den X-Chromosom-Samenzellen weniger ausmacht als den Y-Chromosom-Samenzellen. Gestresste Frauen sollen laut Studien häufiger mit Mädchen schwanger werden. 

Die passende Sexstellung

Je näher der Penis beim Samenerguss dem Gebärmutterhals kommt, desto wahrscheinlicher ist laut Dr. Landrum Shettles die Zeugung eines Jungen, da die schnellen Y-Chromosom-Samenzellen dann nur noch einen kurzen Weg zur Eizelle haben. Er empfiehlt daher Sex „von hinten“ für alle, die sich einen Sohn wünschen, da der Mann so besonders tief eindringen kann. Lieber ein Mädchen? Dann bitte Missionarsstellung...

Fazit: Paare dürfen sich natürlich ein Geschlecht wünschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Junge oder ein Mädchen wird, liegt allerdings trotzdem bei einer 50:50 Chance.