Junge oder Mädchen – kann man vorab das Geschlecht des Kindes beeinflussen?

Ist es möglich, vorab zu beeinflussen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird? Angeblich schon! Es gibt wilde Theorien zur Zeugung des Wunschgeschlechts. Bevor wir in die Tiefe gehen, müssen wir an dieser Stelle aber noch loswerden, dass für uns jedes Kind ein Wunder ist - ganz egal, ob Baby-Boy oder Baby-Girl! Seht ihr bestimmt genau so, daher nehmt die folgenden „Ratschläge“ nicht zu allzu ernst. 

Vorab ein kleiner Exkurs in die Biologie: Das Geschlecht eines Kindes hängt von den Samenzellen des Vaters ab, die jeweils ein Geschlechts-Chromosom (auch Gonosom genannt) enthalten: entweder ein X-Chromosom oder ein Y-Chromosom. Jede weibliche Eizelle enthält ausschließlich das X-Chromosom. Bei der Zeugung entstehen Chromosomen-Pärchen – XX wird ein Mädchen, XY wird ein Junge – je nachdem, welche Samenzelle als erstes in die reife Eizelle gelangt und diese befruchtet. Wer dieses Zufallsprinzip und damit das Geschlecht des Kindes beeinflussen will, kann folgende Maßnahmen in Erwägung ziehen (ohne Garantie).

1. Zeitpunkt 
Samenzellen mit X-Chromosom sollen laut Forschungen des amerikanischen Arztes Dr. Landrum Shettles langsamer, stärker und größer sein als Samenzellen mit Y-Chromosom, die er als schneller, schwächer und kleiner bezeichnet. Die X-Chromosom-Samenzellen überleben laut Dr. Shettles länger, während die Y-Chromosom-Samenzellen früher absterben. Liegt der Eisprung ein paar Tage entfernt, erhöhen sich die Chancen auf ein Mädchen. Er empfiehlt deshalb denjenigen, die sich ein Mädchen wünschen, schon zwei bis vier Tage vor dem Eisprung Sex zu haben (und ruhig auch vorher, ab dem ersten Tag nach der Periode). Im Umkehrschluss bedeutet das für alle, die einen Sohn bevorzugen: Sex am Tag des Eisprungs, direkt davor oder kurz danach einplanen. Um den Tag des Eisprungs zu verfolgen, ist die Temperaturmethode geeignet.

2. Sexstellung
Je näher der Penis beim Samenerguss dem Gebärmutterhals kommt, desto wahrscheinlicher ist laut Dr. Landrum Shettles die Zeugung eines Jungen, da die schnellen Y-Chromosom-Samenzellen dann nur noch einen kurzen Weg zur Eizelle haben. Er empfiehlt daher Sex „von hinten“ für alle, die sich einen Sohn wünschen, da der Mann so besonders tief eindringen kann. Lieber ein Mädchen? Dann bitte Missionarsstellung...

3. Jahreszeit 
A. Lerchl vom Institut für Reproduktionsmedizin der Universität Münster fand heraus, dass im Sommer mehr Jungen als Mädchen gezeugt werden und nach warmen Wintern mehr Jungen als Mädchen auf die Welt kommen. Eine Begründung fand er in der Hitzeresistenz von Spermien, die bei den Y-Chromosomen – daraus werden einmal Jungen – besser ausgeprägt ist, als bei den X-Chromosomen.

4. Ernährung 
Britische Forscher haben erkannt, dass Mütter, die sich vielseitig und kalorienreich ernähren, eher Jungen zur Welt bringen. Besonders auffällig war: Viele der Jungs-Mütter bevorzugten Müsli, Bananen und Kräutertee als Frühstück. Forscher stellten fest, dass die Ernährung den pH-Wert der Scheidenflora beeinflusst. Daher, wenn der Wunsch nach einem Jungen besteht, sollte durch die Ernährung ein alkalisches Scheidenmilieu geschaffen werden. Besteht der Wunsch nach einem Mädchen, sind magnesiumhaltige Lebensmittel zu bevorzugen.

5. Unterwäsche für ihn
Eine hohe Spermiendichte soll sich positiv auswirken, falls man gern einen Jungen zeugen möchte. Locker sitzende Unterwäsche für ihn soll förderlich sein, um die Spermienproduktion nicht einzuschränken.

6. Enthaltsamkeit
Um die zuvor genannte hohe Spermiendichte für die Zeugung eines Sohnes zu erzielen, sollen auch ein paar Tage (4 bis 7 Tage) Enthaltsamkeit vor dem geplanten Zeugungstag helfen.

7. Orgasmusverzicht
Wenn eine Frau einen Orgasmus hat, ändert sich ihre Scheidenflora und wird weniger sauer. Das soll angeblich die Chancen auf die Zeugung eines Jungen erhöhen. Wer lieber eine Tochter hätte, sollte also auf Orgasmen verzichten (kein Joke – diese Theorie gibt es wirklich!), denn X-Chromosom-Samenzellen vertragen die saure Umgebung besser als Y-Chromosom-Samenzellen.

8. Badewanne
Badet der Mann kurz vorm Sex, steigt angeblich die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu zeugen, da die Hitze den X-Chromosom-Samenzellen weniger ausmacht als den Y-Chromosom-Samenzellen.

9. Stress
Wer viel Stress hat und sich einen Jungen wünscht, sollte sich endlich entspannen. Denn gestresste Frauen sollen laut Studien wohl häufiger mit Mädchen schwanger werden.

Fazit: Paare dürfen sich natürlich ein Geschlecht wünschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Junge oder ein Mädchen wird, liegt allerdings trotzdem bei einer 50:50 Chance – und das ist auch gut so! Deshalb die Bitte: Übertreibt es nicht mit dem Geschlechterwunsch, sondern genießt die Zeugungsphase in vollen Zügen. Versprochen?!