Verhütung mit der Kupferspirale: die Vor- und Nachteile

Wer sich bereits mit hormonfreien Verhütungsmitteln auseinandergesetzt hat, kennt sicher auch die Kupferspirale: Sie ist eine der bekanntesten Methoden, die ganz ohne Hormone auskommt. Wir erklären ihre Wirkungsweise, welche Vor- und Nachteile sie hat und wie sicher die Spirale ist.

Was ist eine Kupferspirale?

Die Kupferspirale ist das am häufigsten angewandte Intrauterinpessar, kurz IUP. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie die Hormonspirale, kommt jedoch ohne Hormone aus, wirkt lokal und durch biochemische Veränderungen. Durch die Anwendung der Kupferspirale wird weder der natürliche Hormonhaushalt noch der Stoffwechsel beeinflusst.

Wie funktioniert eine Kupferspirale?

Die T-förmige Spirale besteht aus Plastik und ist mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt, der Kupferionen abgibt. Sie ist etwa 2,5 bis 3,5 Zentimeter groß und wird in die Gebärmutter eingesetzt. Das Kupfer wirkt spermizid, hemmt also die Überlebens- und Bewegungsfähigkeit von Spermien. Zudem wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert: Durch die kleinen Mengen an Kupferionen wird eine Art Entzündungsreaktion hervorgerufen. Diese verhindert die Einnistung einer befruchteten Eizelle.

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Welche Kupfer-Alternativen gibt es?

Neben der Kupferspirale gibt es noch die sogenannte Kupferkette und den Kupferball, die eine ähnliche Wirkweise haben. Auch diese beiden Intrauterinpessare werden direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Wichtig: Nicht jede Verhütungsmethode ist für jede:n geeignet. Daher lohnt es, sich intensiv mit den bestehenden Möglichkeiten auseinanderzusetzen. 

Verhütungsmittel Kupferspirale: Pro & Contra

Wie jede andere Verhütungsmethode hat auch die Kupferspirale ihre Vor- und Nachteile. Jede:r sollte individuell und mit ärztlicher Beratung abwägen, ob diese Methode die passende ist. Folgende Checkliste kann bei der Entscheidung für oder gegen die hormonfreie Spirale helfen.

Pro:

  • Kein Eingriff in den Hormonhaushalt
  • 3-5 Jahre Verhütungswirkung
  • Kein Verzicht auf den natürlichen Zyklus
  • Anwendung auch bei Östrogenunverträglichkeit möglich
  • Nutzung in der Stillzeit möglich
  • Reduziertes Risiko eines Endometriumkarzinoms
  • Einnahmefehler sind ausgeschlossen, kein Wirkungsverlust bei z.B. Erbrechen oder Durchfall
  • Nach der Entfernung ist eine Schwangerschaft sofort wieder möglich
  • Kein erhöhtes Depressionsrisiko im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln

Contra:

  • Vorsicht bei einer Kupferunverträglichkeit oder Kupferspeicherkrankheiten
  • Medikamente, die das Immunsystem hemmen, könnten die verhütende Wirkung beeinflussen 
  • Möglicherweise längere, stärkere und schmerzhaftere Menstruationsblutung
  • Häufige Zwischenblutungen in den ersten Monaten nach dem Einsetzen, die jedoch meist wieder verschwinden
  • Schmerzen außerhalb der Menstruation (Hinweis auf Infektion oder verrutschte Spirale)
  • Erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft
  • Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Mögliche Infektion von Gebärmutter und Eileiter
  • Erhöhtes Risiko für Unterleibsinfektionen
  • Verletzung der Gebärmutterwand durch das Einsetzen möglich

Kupfer im Körper – ein Problem?

Prinzipiell hat die Kupferspirale keine klassischen Nebenwirkungen, bei einer Kupferunverträglichkeit oder Kupferspeicherkrankheiten ist jedoch Vorsicht geboten. Hier empfiehlt sich die individuelle gynäkologische Beratung oder das Ausweichen auf eine andere hormonfreie Alternative, wie die Ovy App.

Wie sicher ist die Kupferspirale?

Sofort nach dem Einsetzen der Spirale ist die Verhütungswirkung gegeben. Die Sicherheit der Verhütung mit der Spirale wird als sehr hoch eingestuft, da Anwendungsfehler keine Rolle spielen. Der Pearl-Index des kupferhaltigen Intrauterinpessars liegt zwischen 0,3 und 1.

Auch im Notfall kann die Kupferspirale eingesetzt werden: Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder dem Versagen anderer Methoden kann sie die Einnistung der Eizelle verhindern, wenn sie innerhalb von 5 Tagen eingelegt wird.

So wird die Kupferspirale eingesetzt:

Das Einsetzen der Kupferspirale durch die Gynäkologin oder  den Gynäkologen dauert fünf bis zehn Minuten. Sie wird durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt (intrauterin), im Idealfall in den letzten Tagen der Menstruation. In diesem Zeitraum ist der Muttermund leicht geöffnet, was den Eingriff vereinfacht.

Natürlich stellt sich vielen die Frage: Tut das Einsetzen der Kupferspirale weh? 

Nach einer Geburt werden meist nur geringe Schmerzen verspürt, bei Menschen ohne durchlebte Geburten sind jedoch stärkere Schmerzen möglich. Sie ähneln Menstruationsschmerzen und klingen im Normalfall nach einiger Zeit ab.

Kontrolle und Länge der Anwendung: 

Die erste Folgeuntersuchung mit Kontrolle der Kupferspirale wird nach der nächsten Menstruation empfohlen. Generell sollte ihr Sitz mindestens einmal im Jahr, besser alle 6 Monate ärztlich kontrolliert werden. Sie kann zwischen 3 bis 5 Jahre in der Gebärmutter verbleiben, in manchen Fällen sogar 7 bis 10 Jahre. 

Was kostet eine Kupferspirale?

Je nach Modell kostet die Kupferspirale zwischen 120 und 300 Euro (Preis für Beratung, Untersuchung und Einsetzen). Dazu kommen Kosten für die regelmäßigen Check-ups: Die erste Kontrolle nach dem Einlegen wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, alle weiteren Ultraschall-Untersuchungen sind kostenpflichtig. 

Weitere hormonfreie Alternativen

Neben der Kupferspirale gibt es noch andere hormonfreie Verhütungsmittel wie das Diaphragma oder das Kondom. Eine weitere Möglichkeit zur Empfängnisregelung, die auf Hormone verzichtet, ist die symptothermale Methode. Um die fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage im Zyklus einfach und sicher zu bestimmen, werden hierzu täglich die Basaltemperatur (Aufwachtemperatur) sowie ein weiteres Körpermerkmal (Zervixschleim oder Muttermund) dokumentiert. 

Die Ovy App und das Ovy Bluetooth Basalthermometer sind hierzu die perfekte Kombination: Am Morgen wird die Basaltemperatur nach dem Messen automatisch an die App übertragen. In der Ovy App können weitere Körpersignale eingetragen und im Zyklusverlauf ausgewertet werden. Die Ovy App in Kombination mit dem Basalthermometer erzeugt, im Gegensatz zur Kupferspirale bzw. -kette, keine Entzündungsreaktion im Körper.

Quellen:

Tramontana A. Kontrazeption Teil V – Intrauterine Kontrazeption ohne Hormone: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball. Gynäkologische Endokrinologie. 2016; 10/1):24-26.

Frauenärzte im Netz: Intrauterinpessar/Kupferspirale. 2018 [zitiert 21.07.2021]. Verfügbar unter: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/intrauterinpessar-kupferspirale/

Familienplanung.de: Die Spirale (Kupferspirale). 2019 [zitiert 21.07.2021]. Verfügbar unter: https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/kupferspirale/

Zeiss R, Graf H, Gahr M, Schönfeldt-Lecuona C. Intrauterin-Pessare mit Levonorgestrel: Depressionen unter der Hormonspirale. Deutsches Ärzteblatt. 2020; 117(40). Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/215972/Intrauterin-Pessare-mit-Levonorgestrel-Depressionen-unter-der-Hormonspirale#literatur

profamila. Pearl-Index. o.J. [zitiert 21.07.2021]. Verfügbar unter: https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/pearl-index