PCOS - Was ist das?

Das Wichtigste vorab: PCO bedeutet nicht gleich PCOS. Andersherum jedoch schon. Aber von vorn: PCO bedeutet „Polyzystische Ovarien“ – während PCOS für „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ steht.

Was sind polyzystische Ovarien?

Polyzystische Ovarien sind kleine Follikel in den Eierstöcken, die zeitweise ein Heranreifen von Eizellen verhindern. Diese Zysten sind eines von vielen Symptomen des PCOS. Nur weil eine Frau dieses eine Symptom des PCOS aufweist, leidet sie aber noch nicht am Syndrom selbst. Erst wenn weitere Symptome hinzukommen, spricht man davon, dass du PCOS-Patientin bist. Rund jede zehnte Frau leidet unter PCOS. 

Symptome von PCOS 

Ein Arzt kann, wenn zwei von drei der nachfolgenden Symptome zutreffend sind, ein PCO-Syndrom diagnostizieren:

  • Unregelmäßige oder keine Menstruationsblutung
  • Polyzystische Ovarien (PCO)
  • Vermehrte Körperbehaarung und/oder Haarausfall

Weitere Symptome, die im Rahmen von PCOS auftreten

  • unregelmäßige oder fehlende Menstruation
  • unregelmäßiger Zyklus
  • Follikel(ketten) in den Eierstöcken
  • vermehrte Körperbehaarung
  • Haarausfall
  • Akne
  • Übergewicht
  • starkes PMS
  • Depressionen
  • hoher Blutdruck
  • Progesteronmangel
  • erhöhter Insulinspiegel
  • erhöhter Testosteronspiegel 

PCOS nach der Pille

Häufig kommt es nach dem Absetzen der Pille zum sogenannten Post-Pill-Syndrom. Bei manchen Frauen hat dies ähnliche Symptome wie PCOS. Um sicher zu gehen, dass PCOS oder eine anderen Hormonstörung vorliegt und die Frau nicht „nur zufällig“ die aufgelisteten Symptome zeigt, kann einen Hormontest beim Frauenarzt oder beim Endokrinologen gemacht werden.

PCOS bei Kinderwunsch

PCOS ist ein häufiger Grund dafür, warum Frauen nicht schwanger werden. Typisch für PCOS ist ein erhöhter Androgenspiegel – also zu viele männliche Hormone. Ganz wichtig ist: PCOS bedeutet nicht gleich, dass du nicht schwanger werden kannst oder gar unfruchtbar bist. Wenn du die Symptome im Griff hast, kannst du genauso auf natürlichem Weg schwanger werden wie Frauen ohne PCOS. Wenn es nicht klappt, gibt es die Möglichkeit, mithilfe von Medikamenten zum Beispiel über eine Insulinreduktion für das Auslösen eines Eisprungs zu sorgen.

    Ursachen von PCOS

    Warum und wie PCOS entsteht, konnte bisher nicht vollständig geklärt werden. Allerdings hat das Stoffwechselhormon Insulin offenbar einen Einfluss auf die Symptome. Wenig Bewegung und eine kohlenhydratreiche Ernährung lassen den Insulinspiegel hochfahren. Diese schlechten Angewohnheiten sind keine Garantie aber leider beste Voraussetzungen für PCOS.

    Wissenschaftler vermuten, dass auch die Genetik bei PCOS eine Rolle spielt: Haben Mütter bereits PCOS, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Töchter dies ebenfalls bekommen, höher. Auch psychosomatische Ursachen konnten bisher nicht ausgeschlossen werden. Stress und Kränkungen in der Kindheit oder der Pubertät könnten gegebenenfalls einen Einfluss auf den späteren Hormonhaushalt haben. 

    Was bei PCOS helfen kann

    Regelmäßiger Sport: Körperliche Bewegung hat sehr viele Vorteile, besonders in diesem Fall. Du verbrennst zusätzlich Kalorien, senkst den Insulinspiegel und stärkst deinen Körper. Ideal wäre es, wenn du Ausdauersport betreiben könntest.

    Ausgewogene Ernährung: Mehr als die Hälfte der Frauen mit PCOS haben eine Insulinresistenz. Dies kann dein Arzt durch einen Glukosetoleranztest feststellen. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, ausreichend sättigendem Eiweiß sowie qualitativ hochwertigen Fetten ist hier hilfreich, denn ein ausgeglichener  Wenn du deinen Insulinspiegel im Griff hast, regulierst du automatisch die Androgenproduktion. Zusätzlich helfen gesunde, ungesättigte Fette mit einer guten Omega-6-Fettsäure-Balance (vor allem Fisch).

    Nahrungsergänzungsmittel:

    Omega-3-Fettsäuren können nicht nur über die Nahrung, sondern auch auch ergänzend in Form von DHA und EPA eingenommen werden. Das sorgt für eine Reduktion des Testosterons und hilft bei Insulinresistenz. 

    Inositol ist ein Botenstoff, der maßgeblich am Hormonstoffwechsel beteiligt ist. Schon 2 Gramm täglich decken die empfohlene Tagesdosis an Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol. 

    Vitamin D (+ Vitamin K+ Magnesium) ist eigentlich ein Hormon, das entscheidend an der Follikelentwicklung beteiligt ist. Ein Arzt kann überprüfen, ob ein Vitamin D Mangel besteht.