10 Dinge, die du über die Libido wissen musst

Es gibt Frauen, die während der Pilleneinnahme weniger Lust auf Sex verspüren. Eine mangelnde Libido ist für viele Frauen ein Grund dafür, die Pille abzusetzen. Wie die Pille die Libido beeinflusst, wie sich die Lust auf Sex nach dem Absetzen verändert und wie sie sich steigern lässt, erfährst du in diesem Artikel.

1. Eine aktive Libido zu haben ist wichtig und gesund 

Durch sexuelle Lust erfahren wir, was uns gefällt und was nicht. Außerdem lernen wir unsere Sinnlichkeit und unsere Weiblichkeit kennen. Zusätzlich zu der persönlichen Entwicklung ist ein sexuelles Verlangen auch total gesund: Beim Sex und beim Orgasmus werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet, die das Immunsystem stärken. Das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin macht nach dem Geschlechtsverkehr schläfrig und müde. Sex hilft also auch bei Schlafproblemen. Zudem wird beim Sex das Stresshormon Cortisol abgebaut, was sich positiv auf den Blutdruck und das Kreislaufsystem auswirkt.

2. Die Pille hat einen Einfluss auf die Libido

Gerade Frauen, die die Pille bereits über viele Jahre einnehmen, klagen häufig über eine geringe oder gar fehlende Libido. Auch das Verlangen nach Nähe und Leidenschaft zählt dazu. Manche von ihnen glauben jahrelang, sie hätten überhaupt kein Bedürfnis nach Sex. Nach dem Wirksamkeitsprinzip der Pille verweilt der Körper hormonell gesehen dauerhaft in der zweiten Zyklushälfte, also in der Zeit nach dem Eisprung bis hin zur Abbruchblutung. Insbesondere die Einnahme einer antiandrogenen Pille – gerne auch als Schönheits- oder Hautpille verschrieben – sorgt für ein niedriges Testosteronlevel. Für eine gesunde Libido brauchen Frauen jedoch Testosteron. Das männliche Hormon ist für das sexuelle Verlangen verantwortlich.

3. Die Lust auf Sex wird nach dem Absetzen der Pille wieder stärker

Der Verlust der Libido ist ein häufiger Grund für das Absetzen der Pille. Die gute Nachricht: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Libido wieder steigt, wenn sich der natürliche Zyklus eingestellt hat. Wann die Libido sich wieder zum Positiven verändert, ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Manche Frauen haben schon nach wenigen Wochen wieder mehr Lust auf Sex, bei anderen dauert es einige Monate bis zu einem halben Jahr.

Nach dem Absetzen der Pille braucht der Körper erst einmal Zeit, um seinen Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und sich von den synthetischen Hormonersatzstoffen zu lösen. Wer nach sechs Monaten nach Absetzen der Pille noch keinerlei Änderung der Libido bemerkt, kann den Ursachen mit einem Hormonstatus bei einer Ärztin oder einem Arzt auf den Grund gehen.

4. Nicht nur die Pille ist für eine geringe Libido verantwortlich

Für wenig Lust auf Sex gibt es natürlich noch andere Gründe als die Pille. Negative sexuelle Erfahrungen, Traumata oder die jeweilige Beziehungssituation spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Auch in besonders stressigen Lebensphasen kann die Psyche die Libido beeinflussen. Zudem kann ein Nährstoffmangel zu sexueller Unlust führen. 

5. Keine Lust auf Sex zu haben kann eine Krankheit sein

Hält die sexuelle Unlust über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einer Libidostörung, auch LSD-Störung („low sexual desire“). Diese hat dann meistens psychosoziale Ursachen und tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Das Klinikum Weiden geht davon aus, dass Frauen eine 20 Prozent höhere Chance haben, unter einer Libidostörung zu leiden. 

Von einem Krankheitsbild spricht man ab einem Zeitraum von etwa sechs Monaten, solange keine Allgemeinerkrankungen (zum Beispiel Depression), Beziehungsprobleme, die Einnahme von Medikamenten oder Drogenmissbrauch vorliegen. In jedem Fall ist jedoch eine Ärztin oder ein Arzt zur Seite zu ziehen.

Von diesem Krankheitsbild abzugrenzen ist jedoch Asexualität als reine sexuelle Orientierung. Davon betroffene Personen spüren im Gegensatz zu Patient*innen mit einer Libidostörung keinen sexuellen Leidensdruck.

6. Man kann die Libido auf natürliche Weise steigern

Besonders nach dem Absetzen der Pille unterstützen sanfter Sport sowie eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit wenig tierischen Milchprodukten und „schlechten“ Kohlenhydraten den Körper bei der Entgiftung. Wer seine Ernährung entsprechend umstellen oder auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen möchte, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B6, Zink und Magnesium achten, da sich diese Nährstoffe positiv auf die Libido auswirken. 

7. Rund um den Eisprung ist die sexuelle Lust am höchsten 

Im Sinne der Fortpflanzung hat es die Natur so eingerichtet, dass die Libido in der Zeit rund um den Eisprung am stärksten ist. Das liegt daran, dass das Testosteronlevel dann höher ist als in anderen Phasen des weiblichen Zyklus. Da eine Befruchtung der Eizelle und somit eine Schwangerschaft in dieser Zeit am wahrscheinlichsten sind, signalisiert dir dein Körper mehr Lust auf Sex.

8. Selbstbefriedigung kann die Libido steigern 

Sex kann tatsächlich die Lust auf Sex steigern – ob mit Partner*in oder mit sich selbst. Laut einer Studie der kanadischen Simon Fraser University schütten Frauen während des Orgasmus das männliche Sexualhormon Testosteron aus. Dieses ist, wie bereits in Punkt 2 erklärt, für das sexuelle Verlangen verantwortlich. Hat man also regelmäßig Sex, kann sich der Testosteronspiegel und somit auch die Libido steigern. Dazu zählt natürlich auch die Masturbation. Also wieso nicht mal selbst Hand anlegen? Selbstbefriedigung ist zudem ein tolles Mittel zum Kennenlernen der eigenen Sinnlichkeit.

9. Mehr Libido durch hormonfreie Empfängnisregelung

Entscheidest du dich für die natürliche Empfängnisregelung nach der symptothermalen Methode, führst du deinem Organismus keine zusätzlichen Hormone zu. Nach dem Absetzen der Pille gibst du deinem Körper auf diese Weise die Zeit, die er braucht, um den Hormonhaushalt und damit auch die Libido wieder zu regulieren. Mit der Ovy App und dem passenden Ovy Bluetooth Basalthermometer kannst du deine fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage sowie den Eisprung ganz einfach und sicher bestimmen – ohne künstliche Hormone.

Ovy App, Ovy Bluetooth Basalthermometer

Um deine Empfängnis natürlich mit der Ovy App zu regeln, musst du täglich deine Basaltemperatur dokumentieren. Das Ovy Bluetooth Basalthermometer überträgt die Messdaten automatisch an die App. Zusätzlich musst du ein weiteres Körpersignal beobachten: Zervixschleim oder Muttermund.

In der Ovy App findest du unter den Körpersignalen den Bereich „Sex“, in dem du eintragen kannst, ob du geschützten oder ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest. Hier kannst du auch festhalten, ob deine Libido an dem jeweiligen Tag erhöht oder eher gering war.

Bei einem Kinderwunsch empfiehlt es sich, den Sex regelmäßig zu dokumentieren. Anhand der Daten kannst du den Zeitpunkt deiner Empfängnis berechnen.

10. Deine Libido geht nicht nur dich etwas an

Solltest du mit einer geringen Libido zu kämpfen haben, hilft es, darüber zu sprechen. Offenheit ist der erste Schritt zu einer Veränderung – und in diesem Fall zu einem erfüllten Sexleben. Besonders in festen Beziehungen kann es förderlich sein, mit dem oder der Partner*in offen und ehrlich mit der mangelnden sexuellen Lust umzugehen. Sprich mit ihm oder ihr über deine sexuellen Bedürfnisse. So kann er oder sie dir auch eher das geben, was dir vielleicht wieder zu mehr Lust auf Sex, Zärtlichkeit und Nähe verhilft.

Quellen: sfu.ca, kliniken-nordoberpfalz.de, kinseyinstitute.org

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