Die Klitoris: 7 erstaunliche Fakten

Von wegen, winzig klein: Die Klitoris ist laut Studienergebnissen viel mehr als nur der Kitzler, der für sexuelle Luststeigerung sorgt. Wir fassen in diesem Artikel wissenswerte Fakten zur Klitoris zusammen und erklären, was es mit ihrer Anatomie auf sich hat.

Helen O’Connell, eine australische Urologin und Professorin für Chirurgie an der University of Melbourne, veröffentlichte 1998 ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse zur Anatomie der Klitoris. Zuvor wurde kaum zu diesem Thema geforscht, weshalb die anatomischen Ausmaße dieses weiblichen Genital-Bereichs der breiten Masse bis dahin unbekannt blieben. 

Aus der Studie und einer späteren Veröffentlichung von 2005 ging hervor, dass die Klitoris viel mehr ist als nur ein kleiner Knubbel, der äußerlich sichtbar ist. O’Connell öffnete mit ihren Studien neue Türen für die Sexualforschung, weshalb wir mittlerweile immer mehr über die Anatomie der Klitoris und über ihre Funktionen lernen können. Diese spannenden Fakten könnten also auch dir neu sein:

1. Die Klitoris ist wie ein Eisberg

Was oberflächlich von der Klitoris zu sehen ist, ist nur ein kleiner Bruchteil ihrer eigentlichen Größe – die Spitze des Eisbergs sozusagen. Insgesamt umfasst die Klitoris, die aus 18 Teilen besteht, durchschnittlich 10 Zentimeter. Jeder einzelne Abschnitt, vom Schwellkörper bis hin zu den Nerven, ist für den weiblichen Orgasmus zuständig.

Die äußerlich sichtbare Klitoris-Eichel ist der empfindlichste Teil des Organs. Sie befindet sich in der obersten Region der inneren Vulvalippen und wird von einer Vorhaut umschlossen. Diese ist, wie die Klitoris selbst, von Frau zu Frau unterschiedlich ausgeprägt, weshalb die Klitoris-Eichel mal leichter, mal schwieriger zu finden ist.

Nicht sichtbar sind der anschließende Klitoris-Schaft sowie die beiden Klitoris-Schenkel und die zwiebelförmigen Schwellkörper. Die Schenkel reichen bis tief ins Becken, während sich die beiden Schwellkörper stellenweise an die Vorderwand der Vagina schmiegen und den Scheidenvorhof elastisch umschließen.

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2. Sie hat mehr Nervenenden als der Penis

Muskeln, Schwellkörper und Nerven: daraus setzt sich die Klitoris zusammen. Sie besitzt mit etwa 8000 Nervenenden rund doppelt so viele, wie im Penis vorhanden sind. Und das allein in der Klitoris-Eichel! Somit ist die Klitoris weitaus empfindsamer als die männliche Eichel. 

3. Kitzler und Penis haben denselben Ursprung

Erst ab etwa der 8. Schwangerschaftswoche entwickelt sich die Klitoris, davor sehen die Embryonen gleich aus. Der Penis und die Klitoris ähneln sich in ihrem Aufbau enorm: beide Organe besitzen eine Eichel, eine Vorhaut sowie Schwellkörper. Dies bietet übrigens eine gute Grundlage für geschlechtsangleichende Operationen bei Trans*Menschen.

4. Im Vergleich ist die Scheide eher unempfindlich

Der vaginale Kanal ist kaum mit Nervenenden ausgestattet – was auch erklärt, weshalb Geburten nicht noch viel schmerzhafter sind als ohnehin schon. 

Wie bereits erläutert, schmiegen sich die Schwellkörper der Klitoris stellenweise an die Scheidenwand. Durch vaginale Penetration wird also in jedem Fall die Klitoris stimuliert. Auch, wenn die Klitoris-Eichel, der sogenannte Kitzler, unberührt bleibt. Einige Forscher gehen davon aus, dass auch der sogenannte G-Punkt ein Teil der innenliegenden Klitoris ist. Außerdem haben sich einige Experten von der Unterscheidung zwischen vaginalem und klitoralem Orgasmus gelöst, da die Klitoris auch bei der vaginalen Penetration eine große Rolle spielt.

5. Bei Erregung schwillt sie an

Je näher man dem Orgasmus kommt, desto mehr schwillt die Klitoris mitsamt all ihrer Teilbereiche an – und das bis zu 300 Prozent! Auch hier gibt es Ähnlichkeiten zwischen dem Penis und der Klitoris: beide besitzen einen schlaffen und einen erigierten Zustand.

6. Die Klitoris altert nicht

Sie ist der einzige Teil des menschlichen Körpers, der nicht altert. Egal, ob mit 27 Jahren oder mit 72, die Klitoris funktioniert immer gleich. Dabei wächst sie ein Leben lang weiter und kann im hohen Alter bis zu 2,5-mal größer sein als in Jugendjahren. 

7. Es gibt sie nicht nur zum Spaß

Obwohl die Klitoris lange als der einzige Körperteil galt, der lediglich sexuelle Luststeigerung zur Aufgabe hat, haben Studien mittlerweile anderes bewiesen. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung: Während des Orgasmus sendet sie Signale an das Gehirn, was unter anderem für eine Verbesserung des vaginalen Blutflusses sorgt, für eine erhöhte Lubrikation sowie eine veränderte Position des Gebärmutterhalses. Das wiederum begünstigt den Weg der Spermien zur Eizelle.

So steigerst du deine sexuelle Gesundheit

Die Klitoris hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Mit diesem neuen Wissen kannst du deine gesamte sexuelle Gesundheit ganz anders erleben. Das geht übrigens auch super ohne Partner:in. 

Da Sex laut Studien gesund ist, ist auch Solo-Sex ein echter Health Booster: Forschungen der US-amerikanischen Wilkes University haben beispielsweise ergeben, dass sich durch die Ausschüttung der Sexualhormone bei einem Orgasmus die Killerzellen im Blut verdoppeln. Sex – ob alleine oder zu zweit – macht also nicht nur Spaß und dient der Fortpflanzung, sondern hat auch Vorteile fürs Immunsystem.

Quellen: 

https://www.researchgate.net/publication/7616832_Anatomy_of_the_Clitoris; https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16145367/; https://scitechdaily.com/evidence-that-the-clitoris-is-important-for-reproduction/; https://www.frauenaerzte-im-netz.de/koerper-sexualitaet/weibliche-geschlechtsorgane/aeussere-genitalien/


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