Zervixschleim auswerten & Eisprung bestimmen – so funktioniert’s

Viele Frauen sind anfangs skeptisch, ob die Temperaturmethode zu ihnen passt. Bei richtiger Anwendung ist die natürliche Verhütung mit einem Pearl Index von 0,3 allerdings sehr sicher. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Pille liegt bei 0,1 - 0,8. Hinzu kommt, dass die symptothermale Methode seit den 20er Jahren wissenschaftlich anerkannt und von vielen Gynäkologen empfohlen wird. Allerdings ist  jeder Körper anders und daher sollte jede Frau individuell entscheiden, ob die Temperaturmethode die richtige ist. Folgende Punkte sollen euch bei der Entscheidung helfen:

Ein regelmäßiger Zyklus

Als regelmäßig gelten Zyklen, die zwischen 23 und 35 Tage dauern, gefolgt von der Periode, die zwischen drei und sieben Tagen dauert und ein Eisprung, der in der Mitte stattfindet. Nach Absetzen der Pille dauert es häufig einige Monate bis der Zyklus sich wieder eingependelt hat. Wenn der Zyklus aus unerfindlichen Gründen über mehrere Monate außergewöhnlich kurz oder lang ist, sollte man mit einem Gynäkologen sprechen. Dieser kann über ein Blutbild und Untersuchungen recht schnell feststellen, ob z. B. der Eisprung stattfindet oder ausbleibt.

Geregelter Tagesablauf

Damit man anhand der Basaltemperatur klare Aussagen über den eigenen Zyklus treffen kann, muss sie täglich etwa zur gleichen Zeit gemessen werden (Toleranz: +/- 4 Stunden). Dazu gehören auch geregelte und ausreichend lange Schlafphasen. Das heißt: Für Frauen, die regelmäßig Nächte durchfeiern oder im Schichtdienst arbeiten, könnte die Verhütung mit NFP eher ungeeignet sein. Auch ein Jetlag kann ein Störfaktor sein – wer also oft in anderen Zeitzonen unterwegs ist, sollte von der Temperaturmethode womöglich Abstand halten.

Disziplin und Eigenverantwortung

NFP erfordert Disziplin und man muss lernen, die Signale seines Körpers zu lesen und richtig zu deuten. Verantwortungsbewusstsein ist gefragt – es sollte jeden Tag zur gleichen Zeit gemessen werden und an fruchtbaren Tagen mit Kondomen verhütet werden - sofern kein expliziter Babywunsch vorliegt.

Fester Partner 

Ein fester Partner ist natürlich kein Muss, aber es macht Sinn, seinen Geschlechtspartner zu involvieren, da an fruchtbaren Tagen besonderen Vorsicht geboten ist.  Wer häufig den (Sex-)Partner wechselt, sollte außerdem allein wegen sexuell übertragbarer Krankheiten am besten immer mit Kondom verhüten. Aber das wisst ihr ja bestimmt.

Keine Berührungsängste mit dem eigenen Körper

Das Verfolgen des eigenen Zyklus bzw. der fruchtbaren Tage erfordert die Bereitschaft, sich mit seinem Körper intensiv auseinanderzusetzen. Nach jahrelanger Einnahme der Pille kann es anfangs gewöhnungsbedürftig sein, sich selbst so genau zu beobachten. Vor allem Frauen, die zusätzlich zur täglichen Messung der Basaltemperatur noch ihren Zervixschleim beobachten wollen, um die fruchtbaren Tage noch genauer einzugrenzen, dürfen keine Hemmungen vor ihren eigenen Körperflüssigkeiten haben.

Trefft diese Entscheidung bewusst. Hormone abzusetzen und sie nach wenigen Wochen oder Monaten wieder einzunehmen, weil man gemerkt hat, dass die NFP-Methode doch nichts für einen ist, belastet den Körper extrem. Wer aber seine Lebensumstände gut damit vereinbaren kann und Lust hat, seinen Körper völlig neu kennenzulernen, sollte die Temperaturmethode auf jeden Fall in Betracht ziehen.